Urlaub für die Seele

Eine Podcast-Projekt zur Entspannung

Die Corona-Krise stellt Eltern seit mehr als einem Jahr vor besondere Belastungen. Home Schooling, fehlende Unterstützung, ein Job im systemrelevanten Beruf und Existenzängste steigern nicht nur kurzfristig das Stresslevel, sondern können auch langfristig zur Erschöpfung führen.

Deshalb habe ich zusammen mit Jannick Haggeney von der AWO – Unterbezirk Ruhr – Lippe – Ems ein Podcast-Projekt zur Stressbewältigung und Stressreduktion erarbeitet. Gefördert wird es durch das Elternbildungsbudget der Stadt Hamm.

Bei den Übungen handelt es sich teils um theaterpädagogische Übungen, teils um Achtsamkeitsübungen, die ich für das Projekt neu konzipiert hat. Die Podcasts stellen wir hier und auf der Internetseite des Haus der Jugend in Herringen kostenfrei zur Verfügung.

Mit dazu gehören zwei weitere Schreibübungen, die hier ebenso zu finden sind, sowie eine Feelgood-Tasche. 30 davon sind ab dem 1. Juli kostenfrei im Haus der Jugend in Herringen für Eltern aus Hamm erhältlich (Anfragen an: haus_der_jugend@web.de oder haggeney@awo-rle.de). Wer nicht aus Hamm kommt oder keine Tasche mehr bekommen hat, kann sich anhand der untenstehenden Anleitung selbst eine Feelgood-Tasche zusammenstellen.

Inhalt der Feelgood-Taschen

  1. Ein Beutel oder eine Papiertasche
  2. Ein Duftteelicht
  3. Ein Stein oder ein Fühlstein
  4. Eine Blüte (Deko oder getrocknet)
  5. Ein Teebeutel
  6. Ein Pflaster
  7. Eine Handcreme
  8. Ein Bogen Briefpapier oder ein Blatt mit Briefumschlag
  9. Ein Schokoriegel

Podcast-Folgen zum Anhören und als Download

Die folgenden Podcasts sind meditativ und dienen zur Entspannung. Bitte hören Sie sich die Folgen nicht an, wenn Sie gerade Auto fahren oder eine Maschine bedienen. Die Übungen bauen inhaltlich nicht aufeinander auf. Sie können daher auch in einer anderen als der hier angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden.

Bitte sorgen Sie dafür, dass Sie während der Übungen möglichst nicht gestört werden. Am besten ist es, wenn Sie sich für jede Übung etwa 30 Minuten Zeit für sich nehmen, um das Erlebnis in Ruhe beenden zu können.

Hinweis: Innerhalb der Übungen wird ein höfliches, respektvolles Du verwendet. Die Podcast-Folgen wurden bewusst nicht mit Musik untermalt.

  • Aktivierung der drei Wahrnehmungsebenen – nach einer Raumlaufübung von Stanislawski

Diese Übung eignet sich besonders gut, um bei einem Spaziergang durch die Natur oder durch einen Park wach und aufmerksam in den Alltag zurückzukehren.

Verknüpfter Gegenstand: Duftteelicht (Zur Durchführung der Übung nicht notwendig)

  • Finden, was mich heilt – nach der Achtsamkeitsübung Bodyscan

Diese Übung eignet sich dazu, um in einem geschützten Raum neue Kräfte zu sammeln. Darüber hinaus soll sie dabei helfen, Aktivitäten im Alltag zu finden, die gut tun und Kraft spenden.

Verknüpfter Gegenstand: Pflaster (Zur Durchführung der Übung nicht zwingend notwendig)

  • Spaziergang mit allen Sinnen

Diese Übung eignet sich besonders gut für einen Spaziergang in der Natur. Sie spricht alle Sinne an und unterstützt dabei, zur Ruhe zu kommen.

Verknüpfte Gegenstände: Handcreme und Stein

Hinweis: Für das Ende der Übung benötigen Sie einen Tee oder Kaffee.

  • Abstreif- und Schüttelübung gegen negative Gedanken und Stress

Diese Übung ist dafür gedacht, negative Gedanken und Stress abzuschütteln.

Verknüpfter Gegenstand: Ein Schokoriegel

Achtung! Nehmen Sie sich bitte genug Zeit, um die Übung positiv zu beenden.

  • Eine Traumreise zu deiner Ruheinsel

Diese Traumreise dient der Entspannung.

Verknüpfter Gegenstand: Blüte (Zur Durchführung der Übung nicht zwingend notwendig)

Schreibübung: Ein Brief an mich selbst

In der folgenden Übung geht es darum, einen mitfühlenden, wertschätzenden Brief an dich selbst zu schreiben.

Aufgaben zur Vorbereitung

1. Nimm ein Blatt Papier und schreibe mindestens fünf Eigenschaften auf, die du an dir schätzt. Wenn dir diese Übung schwerfällt, stell dir vor, du würdest aus der Sicht eines guten Freundes oder einer guten Freundin schreiben.

Beispiele: gelassen, liebevoll, gut organisiert, wissbegierig, freundlich…

2. Schreibe nun mindestens drei Situationen oder Hürden auf, die du bereits gemeistert hast.  Egal, was es ist. Beachte bitte dabei, dass die Dinge, die wir bereits geschafft haben, auf uns manchmal wie Kleinigkeiten wirken. Das sind sie aber nicht. Oft hat sich nur unser Blickwinkel verändert.

Beispiele: Den Schulabschluss geschafft, mich in einer bestimmten Situation durchgesetzt, meinem Kind das Sprechen beigebracht, jemandem weitergeholfen…

3. Schreibe mindestens drei positive Dinge auf, die du dir für dich wünschst. Wenn dir das schwerfällt, überlege, was du einem geliebten Menschen wünschen würdest, der sich in deiner Situation befindet.

Beispiele: Positive Gedanken, einen schönen Urlaub, mehr Ruhe und Gelassenheit, Gesundheit, Glück bei einem Vorhaben…

Durchführung

1. Schreibe den Brief an dich selbst mithilfe der drei ersten Aufgaben. Es gibt für diese Übung keine festen Vorgaben. Wichtig ist nur, dass du dich dabei so behandelst, wie du auch einen geliebten Menschen behandeln würdest. Die folgenden Sätze kannst du zur Unterstützung verwenden, wenn du möchtest.

Liebe*r ____,

ich schätze an dir, dass Du  ____ und ____ . Ich weiß, dass Du im Moment sehr viel Stress hast. Doch Du hast schon so viel geschafft!

Weißt du noch, als Du ____ oder ____? Das erschien Dir damals auch schwer.

Für die nahe Zukunft wünsche ich Dir, dass Du ____ und ____.

Alles Liebe, Dein*e ____

2. Sobald du fertig bist, stecke den Brief in einen Briefumschlag und klebe ihn zu. Lege den Brief für drei bis sechs Wochen in einer Schublade oder an einen anderen Ort. Sobald du das Gefühl hast, dass der Brief lange genug gelegen hat oder du jetzt aufmunternde Worte brauchst, kannst du ihn hervorholen und erneut lesen. Vielleicht möchtest du ihn dann auch an einen Platz legen oder aufhängen, wo er gut sichtbar ist.

Übung: Auszeit für mich / Kontaktdaten von Beratungsstellen

Hier finden Sie eine weitere Schriebübung, sowie Kontaktdaten zu professionellen und ehrenamtlichen Beratungsstellen für Eltern, Jugendliche und Kinder, die in Not, erschöpft oder in einer Konfliktsituation sind:

Zögern Sie nicht, bei Bedarf Hilfe und Unterstützung anzunehmen.